zurück

Aktuelles

< Hartz IV/ ALG II Kinderregelsätze
14.11.2016

Resolution für echte Teilhabe ohne Hürden!

Starkes Votum der Paritätischen Mitgliedsorganisationen: Politik muss echte Teilhabe möglich machen!


Der Paritätische Wohlfahrtsverband Niedersachsen e.V. und seine Mitgliedsorganisationen haben am 12. November ein deutliches Zeichen für das gleichberechtigte Zusammenleben von Menschen mit und ohne Behinderung gesetzt: „Für echte Teilhabe ohne Hürden“ heißt die Resolution, die die Mitgliederversammlung als höchstes Gremium des Verbands einstimmig verabschiedet hat. Darin rufen der Verband und seine Mitgliedsorganisationen Politik und Gesellschaft zum Umdenken auf und fordern ein Verständnis von Behinderung, das sich an den Ressourcen und den Bedürfnissen der Menschen orientiert.

Nicht zuletzt der Referentenentwurf zum Bundesteilhabegesetz hatte bereits im Vorfeld dafür gesorgt, dass die Rufe nach echter Teilhabe und gelebter Inklusion große Teile des politischen Engagements des Paritätischen Niedersachsen und seiner Mitgliedsorganisationen in den vergangenen Monaten bestimmt hatte. „Am Anfang des Gesetzgebungsverfahrens hatten wir große Hoffnungen, dass wir tatsächlich zu Verbesserungen für die Menschen mit Behinderungen und echter gesellschaftlicher Teilhabe in allen Lebensbereichen kommen“, erinnerte Birgit Eckhardt, Vorsitzende des Paritätischen Niedersachsen, in ihrem Grußwort. „Die Umsetzung durch den Gesetzgeber straft diese Hoffnung allerdings Lügen“, sagte sie und nannte den Vorrang der Pflege vor Teilhabeleistungen, das Mindestmaß verwertbarer Arbeitskraft für Menschen mit Behinderungen als Voraussetzung für Teilhabe am Arbeitsleben sowie den Einsatz des eigenen Vermögens als Beispiele, die trotz aller Proteste immer noch offen und nicht nachgebessert worden sind.

Mit der Resolution, die dieser Pressemitteilung auch als Anhang beigefügt ist, fordern Verband und Mitgliedsorganisationen Investitionen in die Bewusstseinsbildung der Gesellschaft und ein deutliches Bekenntnis der Politik zur Inklusion, die eben nicht zum Nulltarif umsetzbar ist.

„Leistungsdeckelung und Sparpolitik sind fehl am Platz, wenn es um Grundrechte von Menschen geht. Inklusion kostet Mühe und Geld“, bringt es die Resolution auf den Punkt.  Ergänzt wird das prägnante Schreiben durch die Definition von Inklusion aus Sicht des Paritätischen Niedersachsen und seiner Mitgliedsorganisationen. „Inklusion bedeutet für uns echte Teilhabe ohne Hürden“, lautet das selbstverständliche Fazit.

An der 36. Mitgliederversammlung des Verbands am 12.11.2016 im Hannover Congress Centrum nahmen neben Vertreterinnen und Vertretern des Verbands und seiner mehr als 830 Mitgliedsorganisationen auch zahlreiche Ehrengäste aus Politik, Verwaltung und Verbandswesen teil. Im öffentlichen Teil sprach zunächst Prof. Dr. Rolf Rosenbrock, Vorsitzender des Paritätischen Gesamtverbands, ein Grußwort. Er mahnte sozialpolitisches Engagement an und forderte, dem Populismus in der Gesellschaft keinen Raum zu bieten. „Wir stehen für Inklusion, die anderen für Exklusion. Das ist nicht miteinander vereinbar“, sagte Rosenbrock. Im Anschluss gab Prof. em. Dr. Friedhelm Hengsbach SJ, Katholische Akademie Rhein-Neckar, mit seinem Impulsreferat „Schöner als der Abend- und der Morgenstern“ zahlreiche Denkanstöße zu Gerechtigkeit und Solidarität in einer zerklüfteten Gesellschaft.

Für Begeisterung im Saal sorgte der Gastbeitrag von Jan-Patrick Kleen, einem jungen Mann, der in der Werkstatt Wilhelmshaven der Gemeinnützigen Gesellschaft für Paritätische Sozialarbeit mbH (GPS) tätig ist und sehr authentisch zum Thema Inklusion sprach. Mit seiner Facebook-Seite „Hand in Hand gegen Intoleranz und Gewalt“, die mehr als 8000 Fans verfolgen, setzt er sich öffentlichkeitswirksam gegen Intoleranz ein und erfährt dafür viel Zuspruch.


 
Sie sind hier: Home / Aktuelles / Newsdetails
Stand: 15.04.2015